Aphasie

Aphasie bezeichnet den Verlust oder die Störung einer bereits ausgebildeten Sprache durch Hirnschädigung.

Das Wort "Aphasie" kommt aus dem Griechischen und bedeutet wörtlich übersetzt fehlende Sprache (a - für fehlend und phasis - für Sprache).

Bei einer Aphasie handelt es sich um eine Kommunikationsstörung, bei der die Modalitäten Sprachproduktion, Sprachverständnis, Lesen und Schreiben in unterschiedlichem Ausmaß und Schweregrad betroffen sein können.

Dabei kommt es jedoch nur selten zu komplett fehlender Sprache. Vielmehr kann es zu Beeinträchtigungen in unterschiedlichem Ausmaß bzw. Schweregrad in den Bereichen:

  • Sprachproduktion
  • Lesen
  • Schreiben
  • Sprachverständnis
  • Wortfindung
  • Satzbau und Grammatik

Bei der Aphasie handelt es sich um eine zentrale Sprachstörung. Eine Aphasie wird aufgrund einer Läsion in der sprachdominanten, also bei Rechtshändern der linken Hemisphäre verursacht.

Auch Kinder können bereits von einer Aphasie betroffen sein.

Oftmals werden die Aphasien verschiedenen Standardsyndromen entsprechend ihrer Leitsymptome zugeordnet.

Standardsyndrome:

  • Amnestische Aphasie
  • Broca Aphasie
  • Wernicke Aphasie
  • Globale Aphasie
  • Sonderformen:
  • Leitungsaphasie
  • Transkortikal - motorische Aphasie
  • Transkortikal - sensible Aphasie
  • Gemischt transkortikale Aphasie

Aphasien können nach

  • Hirninfarkt (Schlaganfall)
  • Schädel - Hirnverletzungen
  • Tumoren
  • Hirnblutungen
  • entzündlichen Erkrankungen des Gehirns
  • und degenerativen Erkrankungen

auftreten.

Das vorrangige Ziel innerhalb der Sprachtherapie ist die Verbesserung der kommunikativen Fähigkeiten.

Nachdem im Rahmen der Befunderhebung die individuellen Beeinträchtigungen festgestellt wurden, wird für den Patienten ein individuelles Therapiekonzept erstellt.

Die Inhalte und Schwerpunkte der logopädischen Therapie sind vom Schweregrad der Aphasie abhängig d.h. die Therapie orientiert sich stark an den diagnostizierten Ergebnissen.

Bei schwer gestörten Patienten kann das Ziel eine generelle Stimulierung sprachlicher Äußerungen sein.

Bei leichter betroffenen Patienten orientieren sich die Schwerpunkte an den bestehenden Defiziten.

Mögliche Therapieinhalten können sein:

  • Verbesserung der Wortfindung und des Wortabrufs
  • Verbesserung des Sprachverständnis
  • Verbesserung der Sprachproduktion auf Wort-, Satz- oder Textebene
  • Verbesserung des Lesens auf Laut-, Wort-, Satz- und Textebene
  • Verbesserung des Schreibens Laut-, Wort-, Satz- und Textebene
  • Reaktivierung von Satzstrukturen
  • Verbesserung sprachlicher Fähigkeiten durch Arbeiten in den Bereichen Phonologie (Lautsystem), Morphologie/Syntax (Grammatik), Lexikon/Semantik (Wortschatz und Wortbedeutung)

Wichtigstes Ziel der Logopädie ist die Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit. Dies gelingt zum einen über das Wiederherstellen beeinträchtigter Funktionen, dem Erlernen kompensatorischer Methoden und ggf. dem Einsatz geeigneter Hilfsmittel.

Mögliche Therapiemethoden:

  • Modalitätenaktivierung nach Luise Lutz
  • Neurolinguistische Aphasietherapie
  • Benennübungen
  • Deblokierungsmethode nach Weigl
  • Everyday Language Activities (ELA)
  • Promoting Aphasics Communicative Effectiveness (PACE)
  • Alltagssorientiertes Training
  • computerunterstützte Therapieverfahren

Weitere Informationen finden Sie in der Onlineenzyklopädie Wikipedia.