Es handelt sich hierbei um Störungen der Nahrungsaufnahme und Nahrungsverarbeitung. Betroffen sein können verschiedene Funktionen wie Saugen, Schlucken, Ablecken vom Löffel, Trinken oder Kauen.
Dabei können verschiedene Nahrungskonsistenzen abgewehrt oder total vermieden werden.
Häufige Probleme gibt es bei der Aufnahme von groben Nahrungsmitteln oder Flüssigkeit. Es kann dabei zu Verschlucken oder Aspirationen kommen.
Es können verschiedene Funktionen im orofazialen Bereich gestört sein, wie z.B. der Tonus in Form eines Zuviels oder Zuwenigs, die Motorik der Zunge, der Lippen, des Gaumensegels oder des Kiefers oder es besteht eine Sensibilitätsstörung.
Symptome wie fehlender Mundschluss, Zungenvorstoß, Speichelfluss, verzögerter oder fehlender Schluckreflex, Gebissfehlstellungen, Kieferextension oder fehlende Kieferrotation sind zu beobachten.
Sogenannte primitive Reaktionen wie Saugreflex, Suchreflex, Beißreflex, Lecksaugen oder ausgeprägter/fehlender Würgereflex, die normalerweise bis zum dritten/vierten Lebensmonat abgebaut werden, bleiben bestehen und werden nicht durch willentliche Bewegungen überlagert.
Mund- und Essstörungen treten häufig im Rahmen allgemeiner Entwicklungsbehinderungen auf, wie z.B. Zerebralparese, Down-Syndrom, Lippen-Kiefer-Gaumenspalte.
In schwersten Fällen kann es dauerhaft oder vorübergehend zur Sondenernährung kommen.
Auch hier ist eine ganzheitliche Sichtweise unerlässlich. Nach Überprüfung von Bewegungsmustern, Körperspannung, Haltung, Atmung, Kommunikation und Trink- und Essverhalten wird ein individueller Behandlungsplan aufgestellt.
Inhalte der Behandlung können sein:
- evtl. Sondenentwöhnung
- Veränderung der Essenssituation
- Lagerung
- Haltungs- und Tonusregulierung
- Regulation der gesamtkörperlichen und orofazialen Sensibilitätsstörung
- Hemmung oder Abbau primitiver gesamtkörperlicher und oraler Reaktionen wie Beißreflex, Suchreflex, etc.
- Anbahnung normaler Bewegungsmuster
- Bereitstellen von Hilfen beim Füttern und Anleitung der Eltern
- Aufbau eines normalen Ess- und Trinkverhaltens
Methoden, die einfließen können:
- FOTT
- Elemente aus der SI-Therapie
- orofaziale Regulationstherapie
- KOST
- myofunktionelle Therapie
- craniosakrale Therapie
- manuelle Stimmtherapie